Gedenkort Linn für die Opfer der beiden Weltkriege und des Nationalsozialismus

Die ehemalige „Ehrenhalle“ wurde am 28.5.1930 eröffnet. An diesem Ort sollte den Gefallenen des ersten Weltkrieges gedacht werden. Während des Nationalsozialismus verstärkte sich der ideologische Charakter des Gedenkens.

Die überlebensgroße Figur des Heiligen Georgs, der einen dreiköpfigen Drachen erschlägt entstand im Jahr 1915. Die Krefelder Bildhauerin Helene von Beckerath wurde seinerzeit damit beauftragt. Die Figur ist das zentrale Objekt des Raums. In die sogenannte Nagelfigur konnte gegen Spende für die Witwen und Waisen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten ein Nagel eingeschlagen werden.

Postkarte "Der eiserne Georg" 1916 (Quelle: Privat)
Postkarte „Der eiserne Georg“ 1916 (Quelle: Privat)

Von 1952 bis 1968 wurde die „Ehrenhalle“ von der evangelischen Gemeinde Linn als Kirche genutzt, währenddessen die Nagelfigur eingelagert war.

1968 wurden vier Tafeln der verstorbenen Soldaten des Zweiten Weltkriegs und der von den Nationalsozialisten ermordeten Bürger aus Linn angebracht. Auch Todesopfer der Bombenangriffe fanden Erwähnung.

Im Jahre 1986 wurde die Ehrenhalle vom Linner Bürgerverein überarbeitet, die Kompanie der Bogenschützen übernimmt seither die Patenschaft.

Am 8. Mai 2019 entstand der „Gedenkort Linn für die Opfer der beiden Weltkriege und des Nationalsozialismus“. Er erinnert an NS-Verfolgtengruppen und gefallene Soldaten. Die begleitende Ausstellung stellt die Frage: „An welchen Stellen hätte gehandelt werden müssen?“ und stellt so die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft her.