Drenkerhof

Drenker Hof im Jahre 1938 (Quelle: Der Oberbürgermeister, Stadtarchiv Krefeld)
Drenker Hof im Jahre 1938 (Quelle: Der Oberbürgermeister, Stadtarchiv Krefeld)

An der Rheinbabenstraße Ecke Albert-Steeger-Straße, wo heute ein Museumsgebäude der Museen Burg Linn steht, befand sich der ehemalige kurfürstliche Drenkerhof. Seinen Namen hatte der Drenkerhof von der „Tränke“, eines im Mittelalter an der rückwärtigen, zur Burg gewandten Seite des Hofes gelegenen Teiches, der als Viehtränke diente.

Der Hof wurde 1365 erstmals erwähnt, gehörte zum Burgbesitz und bestand wohl schon vor Stadtgründung von Linn durch den Grafen von Kleve um 1300. Die letzten, von Philipp de Greiff im 19. Jahrhundert errichteten Hofgebäude wurden 1927 abgerissen. Als einzige Zeugen des alten Hofes haben sich vor dem Museumseingang zwei ehemals fächerförmig in Form geschnittene Linden erhalten. Sie standen vor der Front des Wohnhauses.

Bis in das 18. Jahrhundert hinein nahm der Hof den gesamten Raum zwischen Rheinbabenstraße, Albert-Steeger-Straße und Burgaufgang ein. 1789 wurde das Hauptgebäude des Winkmannshofes als bürgerliches Wohnhaus auf diesem Gelände errichtet.

Karte von Linn aus dem Jahr 1788/1789 (Quelle: LAV NRW R, RW Karten, Nr. 2706)
Karte von Linn aus dem Jahr 1788/1789 (Quelle: LAV NRW R, RW Karten, Nr. 2706)

Allerdings war dies nicht die erste Beschneidung des Hofareals. Schon 1612 errichteten die Pächter des Hofes an der heutigen Albert-Steeger-Straße eine Reihe aus vier kleinen Fachwerkhäuschen mit vorkragenden Obergeschossen als so genannte Zinshäuser (Miethäuser). Sie wurden 1867 abgerissen, zuvor aber noch genauer beschrieben. Bis heute erhalten hat sich eine Zinshausreihe ähnlicher Zeitstellung an der Schulstraße in Kempen.

1942/43 entstand an Stelle des Drenkerhofes ein Hochbunker, der vom Linner Architekten Ernst von Bihl in Zusammenarbeit mit dem künftigen Museumsleiter Albert Steeger so konzipiert wurde, dass er nach dem Kriege als Museum zu nutzen war.

1955 fand die Eröffnung statt. Noch heute dient der mehrfach erweiterte Bunker als Ausstellungsgebäude für die archäologischen Sammlungen des Museums.