Danielshof

Danielshof im Jahre 1938 (Quelle: Der Oberbürgermeister, Stadtarchiv Krefeld)
Danielshof im Jahre 1938 (Quelle: Der Oberbürgermeister, Stadtarchiv Krefeld)

Der Danielshof (Issumer Str. 15) wurde vermutlich kurz nach 1600 als vollständiges Fachwerkhaus neu errichtet.Bemerkenswert ist, dass die Gefache (die Räume zwischen den Fachwerkhölzern) der Straßenfront im Unterschied zu anderen Häusern dieser Zeit noch nicht mit Backsteinen ausgefüllt waren, sondern wie die Innenwände mit lehmverstrichenem Flechtwerk. Möglicherweise wurde die Putzschicht darüber mit einem Backsteinmuster bemalt, was an anderen Häusern in Linn nachgewiesen werden konnte. Das Dach ragte auf Holzstützen zum Schutze dieser Lehmfront vor Schlagregen weit in den Straßenraum vor.

Der Danielshof wurde zwischen 1817 und 1832 von der jüdischen Familie Daniels erworben. Salomon Daniels war Viehhändler und deshalb errichtete er Stall und Scheune auf dem Grundstück.

Danielshof im Jahre 1938 (Quelle: Der Oberbürgermeister, Stadtarchiv Krefeld)
Danielshof im Jahre 1938 (Quelle: Der Oberbürgermeister, Stadtarchiv Krefeld)

Die heute noch stehenden rückwärtigen Bauten wurden 1885 und 1887 erneuert. Um sein Vieh leichter herausführen zu können, erhielt die Familie die Genehmigung eine Tür durch die Stadtmauer im rückwärtigen Anwesen zu führen und von dort einen Pfad zum ehemaligen Steintor mit einer weiteren Tür auf die Margaretenstraße (früher Steinstraße) einzurichten. Diese Tür hier ist heute noch vorhanden und wurde durch die Denkmalpflege erneuert.

Die allseits beliebte und wohltätig eingestellte Familie Daniels nahm vor und während des zweiten Weltkrieges in Not geratene Familien aus der Nachbarschaft auf. Mit den Linnern lebte die Familie Daniels einträchtig und im regen sozialen Austausch. Im Jahre 1939 floh ein Teil der Familie vor der NS- Diktatur, andere Familienmitglieder wurden im Dezember 1941 verhaftet, deportiert und ermordet.